Botox ist heute aus der ästhetischen Medizin kaum wegzudenken und wird weltweit zur Prävention und Glättung von Falten eingesetzt. Doch wie genau entfaltet Botox seine Wirkung? In diesem Beitrag werfen wir einen genauen Blick darauf, wie Botox auf muskulärer Ebene wirkt und warum es so effektiv ist, wenn es um ein glatteres, jüngeres Hautbild geht.
Botulinumtoxin wirkt an der motorischen Endplatte, der Steuerungseinheit des Muskels, an der die Befehle des Nervensystems empfangen werden. Hier blockiert es die Freisetzung eines Neurotransmitters namens Acetylcholin. Dieser Neurotransmitter ist entscheidend dafür, dass Muskeln sich zusammenziehen. Der genaue Ablauf der Wirkung von Botox an der motorischen Endplatte erfolgt in mehreren Schritten.
Die Wirkung von Botox in 4 Schritten
- Bindung an die Nervenzelle:
Nachdem das Botulinumtoxin (der Wirkstoff in Botox) injiziert wird, gelangt es zu den Nervenenden an der sogenannten motorischen Endplatte. Hier werden normalerweise Signale von den Nerven an die Muskeln weitergegeben. Das Toxin bindet sich an spezielle Rezeptoren, also Andockstellen, auf der Oberfläche der Nervenzelle.
2. Aufnahme in die Nervenzelle:
Nachdem das Toxin an die Rezeptoren gebunden ist, wird es von der Nervenzelle durch einen Prozess namens Endozytose aufgenommen. Das Toxin dringt dabei in die Zelle ein.
- Blockierung der Freisetzung von Acetylcholin:
Im Inneren der Nervenzelle zerstört das Toxin bestimmte Proteine, die als SNARE-Proteine bekannt sind. Diese Proteine sind notwendig, damit der Botenstoff Acetylcholin zur Zellmembran transportiert und freigesetzt wird. Ohne diese Proteine kann der Neurotransmitter Acetylcholin nicht in den synaptischen Spalt (den Raum zwischen Nervenzelle und Muskel) freigesetzt werden – es kann also kein Signal von der Nervenzelle an den Muskel gesendet werden.
- Verhinderung der Muskelkontraktion:
Da Acetylcholin nicht freigesetzt wird, bleibt der Muskel entspannt und kann sich nicht zusammenziehen. Dies führt zur vorübergehenden Lähmung des betroffenen Muskels, was in ästhetischen Anwendungen die Faltenbildung reduziert und in medizinischen Anwendungen Muskelspasmen lindert.
Wie lange wirkt Botox?
Die Blockierung an der motorischen Endplatte ist nicht dauerhaft. Nach etwa 3 bis 6 Monaten beginnen die Nervenenden, neue Verbindungen zu den Muskeln zu bilden, und die Freisetzung von Acetylcholin wird wiederhergestellt, was die Muskelaktivität und damit die Faltenbildung zurückkehren lässt. Um die Wirkung aufrechtzuerhalten, sind regelmäßige Auffrischungen notwendig.